Einsatz digitalisierter Sammlungsobjekte in interdiszipl. Lehrveranstaltungen der Ingenieurs- und Geisteswiss. und Erstellung eines didaktischen Grundkonzepts

Projektakronym

DigiSam Fe-Metallurgie

Fakultät

Fakultät 5 (Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie) - Institut für Eisen- und Stahltechnologie (IEST)

  • Nutzung in Lehrveranstaltungen des Instituts für die deutschsprachigen Studiengänge

                        Gießereitechnik (Bachelor, Master)

                        Advanced Components: Werkstoffe für die Mobilität (Diplom)

                        Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (Bachelor, Master, Diplom)

                        Fahrzeugbau: Werkstoffe und Komponenten (Master)

                        Nanotechnologie (Master, Diplom)

  • Nutzung in Lehrveranstaltungen des Instituts für die englischsprachigen Studiengänge

                        Advanced Materials Analysis (Master)

                        Metallic Materials Technology (Master)

 

Fakultät 6 (Wirtschaftswissenschaften) - Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG) – Kustodie

  • deutschsprachige Studiengänge:

                        Industriearchäologie (Bachelor)

                        Industriekultur (Master)

Zielgruppe

Da das Projekt an zwei Instituten bearbeitet wird, ist die Zielgruppe interdisziplinär gefasst. Neben den Lehrenden und Studierenden der genannten Studiengänge richtet sich das Projekt mit seinen öffentlich zugänglichen Präsentationen an Forschende sowie an allgemein an dem Themenbereich Interessierte.

Funktion

 

Beschreibung

  • Digitalisierung/Fotografie und Erfassung der Metadaten der Sammlung Eisenmetallurgie und der zugehörigen Etiketten

  • digitale Wieder-Zusammenführung der getrennten Sammlungsteile in TUBAFmedia

  • Verfügbarmachung der digitalisierten Objekte für Lehre, individuelles Lernen und Forschung

Sprache

deutsch

Kontakt

Dr. Andreas Benz

Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG)

Besucheradresse: Lessingstraße 45

D-09599 Freiberg

Postanschrift: Silbermannstraße 2

D-09599 Freiberg

Tel.: +49 3731 / 39-3476

Fax: +49 3731 / 39-2832

E-Mail: andreas.benz@iwtg.tu-freiberg.de

 

Dr.-Ing. Thilo Kreschel

Institut für Eisen- und Stahltechnologie

Leipziger Straße 34

D-09599 Freiberg

Telefon: +49 3731 / 39-2404

Fax:        +49 3731 / 39-2416

E-Mail: kreschel@iest.tu-freiberg.de

 

Tobias U. Müller

Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG)

Besuchsadresse: Lessingstraße 45

D-09599 Freiberg

Postanschrift: Silbermannstraße 2

D-09599 Freiberg

Tel.: +49 3731 / 39-2782

E-Mail: tobias-uwe.mueller@iwtg.tu-freiberg.de

 

Die Sammlung Eisenmetallurgie umfasst Belege der Erzgewinnung und von metallurgischen Prozessen verschiedener Produktionsstätten, etwa Erze, Schlacken und Zuschlagsstoffe, zudem Prüfstücke, Schadensfälle und Metalle. Aufgrund ihrer Geschichte befindet sich die Sammlung an unterschiedlichen Standorten. Bisher wird nur ein Teil partiell in die Lehre einbezogen. Im Projekt soll durch Digitalisierung der Objekte und Etiketten sowie Erfassung aller Metadaten die Sammlung wieder zusammengeführt und für den Einbezug in die Lehre sowie individuelles Lernen nutzbar gemacht werden. Im Original nicht zugängliche Sammlungsstücke stehen anschließend in digitaler Form unabhängig von Ort und Zeit zur Verfügung.


Projektidee

Die Sammlung für Eisenhüttenkunde wurde seit Mitte der 1870er Jahre unter Adolf Ledebur (1837–1906) aufgebaut. Nach einer intensiven Nutzung bis kurz nach der Jahrhundertwende verloren die Bestände in der Folgezeit ihre Funktion als grundlegendes Lehrmittel. Ein Teil wurde beim Neubau des Eisenhütteninstituts in eine reine Schausammlung umgewandelt, der Rest verschwand aus der Öffentlichkeit im Depot.

Nach einhundert Jahren möchte das Projekt die Sammlung aus dem Zustand der „stillen Reserve“ hervorholen und die inzwischen räumlich separierten Teilbestände durch eine vollständige fotografische Basisdigitalisierung auf ein aktuelles, einheitliches Erfassungsniveau bringen. Die Objektdaten stehen anschließend Wissenschaft und Öffentlichkeit für eine weitere Bearbeitung zur Verfügung.

Vor allem sollen dabei auch Ansätze für neue Lehr- und Lernangebote entwickelt werden, die idealerweise den Kreis der Nutzenden durch den Einbezug in zusätzliche Lehrveranstaltungen am IEST (Institut für Eisen- und Stahltechnologie) und am IWTG (Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte) erweitern.


Projektablauf – wichtige Meilensteine

Zu Beginn des Projekts stehen Auswahl und Anschaffung der benötigten technischen Ausstattung. Ebenso ist ein Zeitplan für die Digitalisierungsarbeiten zu erstellen. Der im Hauptgebäude befindliche historische Sammlungsschrank wird samt Inhalt in die Räume der Kustodie in der Lessingstraße versetzt, um eine einfachere Bearbeitung zu ermöglichen. Die Bestände am IEST im Ledeburbau befinden sich in für die Lehre genutzten Räumen und können daher nur während der vorlesungsfreien Zeit bearbeitet werden. Weiterhin werden Erschließungskriterien bestimmt, nach denen eine Erhebung standardisierter Daten bei den Fotoaufnahmen aller Objekte und Erfassung der Metadaten erfolgt. Im Anschluss an die Erfassung stehen die Bearbeitung und Anpassung der gewonnenen Daten und Fotoaufnahmen. Dazu gehört auch der Einbezug in das universitäre Datenbanksystem TUBAFmedia einschließlich Auswahl relevanter Datenfelder, Umfang und Speicherplatzbedarf der Fotos sowie Art und Weise der Dateneingabe. Im weiteren Prozess der Datenaufbereitung ist auch eine Referenzierung der aus ganz verschiedenen Teilen Deutschlands, Europas und der Welt stammenden Objekte über GeoNames denkbar, ebenso die Verknüpfung historischer Begrifflichkeiten und Ortsangaben mit heute gültigen Bezeichnungen.

Die Katalogisierung und Veröffentlichung der Digitalisate in TUBAFmedia und damit die öffentliche Verfügbarmachung der Sammlung Eisenmetallurgie für breite Nutzerkreise stellt einen wichtigen Schritt im Projekt dar. Im Anschluss werden neue Lehr- bzw. Lernformate erstellt, die die nun digital wieder zusammengeführte Sammlung in Lehrveranstaltungen präsenter macht. Dies können etwa Selbstlerntools sein, anhand derer eine individuelle und flexible Nutzung auch außerhalb von Lehrveranstaltungen und universitären Räumen ermöglicht wird. Gegebenenfalls werden für ausgewählte Objekte noch weitere Darstellungsverfahren (3D-Scan, CT) oder Analysen bedarfsgerecht einbezogen.

Die Erstellung von Projektvideos zur Erklärung und Dokumentation der Arbeiten bildet den Schlusspunkt der Arbeiten. 


bisherige Projektergebnisse

Die Ergebnisse des Teilprojekts 4 im Arbeitspaket III „Virtuelle Lehrsammlungen“ werden einerseits sammlungsintern, andererseits bezogen auf Lehre und Öffentlichkeit nutzbar sein.

Ein Einbezug der Sammlung Eisenmetallurgie erfolgte bereits im WS 2022/23 in die (analoge) Lehrveranstaltung „Praktische Museologie“ am IWTG. Im Rahmen eines studentischen Ausstellungsstellungsprojekts wurden ausgewählte Objekte mit dazugehörigen Informationen präsentiert.

Inzwischen sind alle ca. 1.150 Objekte der Sammlung Eisenmetallurgie an den jeweiligen Standorten erfasst, fotografiert und die Metadaten erhoben. Masterdateien wurden angelegt und gespeichert, der Beschnitt und die Zuordnung sowie Benennung der Arbeitsfotos laufen. Im Anschluss erfolgen Prüfung und ggf. weitere Zuordnung der erfassten Daten und Angaben in Datenfeldern.

Die Sammlung ist damit erstmals grundlegend erfasst und digital greifbar. Objekte können wieder einzelnen Gruppen bzw. Bereichen innerhalb der Sammlung zugeordnet, personenbezogene Grundlagen des Sammelns erfasst, auch historische Firmen bzw. Prozesse identifiziert und der Objektbestand wissenschaftlich genutzt werden. Die verfügbaren Etikettenangaben haben allerdings nicht ausreichend Informationen ergeben, um die erhoffte Rekonstruktion der ursprünglichen Sammlung Adolf Ledeburs zu ermöglichen.

Als nächste Schritte folgen die Eintragung und Verfügbarmachung bei TUBAFmedia sowie die Entwicklung, Evaluation und Überführung von Lehr-/Lernangeboten in die Praxis.